Gesellschaftliche Dialogräume

Haben Sie es in Ihrer Gemeinde oder in Ihrer Institution mit polarisierenden Gruppen zu tun? Zusammen mit Dialogexperten aus meinem Netzwerk bringe ich Gruppen mit unterschiedlichen oder gar gegensätzlichen Ansichten zu gesellschaftlich relevanten Themen wieder in einen wahrhaftigen Dialog. Dabei sind nicht die besseren Argumente gefragt, sondern die persönlichen Sichtweisen der Beteiligten – ganz gleich, ob es um Wehrpflicht, Klimaschutz, Migration oder ein anderes brisantes Thema geht. Das Sprechen und Zuhören, nicht die Vereinbarungen stehen im Vordergrund, damit eine Annäherung und gegenseitiges Verständnis wieder möglich werden.

 

Dialog statt Diskussion und Debatte

Wir leben in einer VUKA-Welt, volatil, unberechenbar, komplex von Ambiguität geprägt. Die fortschreitende Digitalisierung und die Vielfalt an Kommunikationsmöglichkeiten macht Verständigung nicht einfacher, auch wenn es zunächst so scheint, sondern schwieriger. Denn welchen Informtionskanälen kann ich überhaupt vertrauen? Wie unterscheidet sich mein eigenes Weltbild von dem der anderen? Wie komme ich überhaupt zu meinem Weltbild und wodurch verändert es sich? Solche Fragen werden in Diskussionen und Debatten nicht gestellt. Dort wird gestritten um die Richtigkeit von Weltbildern und Meinungen. Im Dialog hingegen geht es um das persönliche Erleben der Beteiligten – darum, was bestimmte gesellschaftliche Veränderungen im Leben des Einzelnen bewirken und wie sie damit umgehen. Der Einzelne steht im Fokus mit seiner persönlichen Wahrheit.

 

Kontakt herstellen – Verständnis fördern

Im ersten Schritt geht es bei polarisierten Konstellationen also darum, die Spaltungsthemen und die Gruppen zu identifizieren, die dazu unterschiedliche Ansichten vertreten. Meine Netzwerkkollegen und ich bringen diese Gruppen dann in einem „Gesellschaftlichen Dialograum“ zusammen, um über das jeweilige Thema zu sprechen. Es geht dabei nicht darum, sich am Ende auf Maßnahmen zu verständigen. Es geht vielmehr darum, überhaupt erst miteinander in Kontakt zu kommen, den ganz persönlichen Geschichten und Erlebnissen Raum zu geben – sich gegenseitig wahrzunehmen und sich zuzuhören. Gesellschaftliche Dialogräume haben den Charakter einer offenen und transparenten Selbstklärung. Dazu braucht es Mut, sich zu zeigen. Wir sorgen für den geschützten Rahmen dafür und unterstützen Sie dabei, sagen zu können, was Sie denken – ohne dafür angefeindet zu werden. Die Veranstaltung zielt darauf, Verständnis zu fördern. Selbstreflexion ist das Ergebnis: Was hat das Gehörte in mir ausgelöst?  Was hat sich bei mir verändert, nachdem ich meine „inhaltlichen Widersacher“ gehört habe? Wie weit sind wir wirklich voneinander entfernt? Können und wollen wir vielleicht doch etwas miteinander anpacken? Wollen wir weiter miteinander im Gespräch bleiben und wie?

Dialogräume sind ergebnisoffen. Wollen die Beteiligten den Dialog weiter vertiefen, entscheiden wir gemeinsam, mit welcher Zielsetzung und unter welchen Rahmenbedingungen dies geschehen soll. Es gilt: Kontakt vor Kooperation.